In dieser Anleitung beschreibe ich euch, wie ihr Stahlvorfächer selbst herstellen könnt. Warum baut man sich Stahlvorfächer selbst und geht nicht einfach in den Angelladen und kauft sich welche?
Ganz einfach: fertige Vorfächer aus dem Laden sind meistens nicht besonders gut verarbeitet, die Wirbel und Karabiner sind billig, also von niedriger Qualität. Ausserdem gibt es bestimmt immer ein Merkmal, das einem nicht gefällt, sei es die Farbe, die Länge, die Tragkraft oder Dicke des Materials oder eben auch die Qualität.
In der Selbstherstellung kann man all diese Merkmale deneigenen Bedürfnissen anpassen und spart dabei auch noch Geld. Fertige Vorfächer sind meist nicht so günstig wie selber gebaute.
Wir haben uns nun also dazu entschieden, selber tätig zu werden. Was brauchen wir jetzt alles an Material?
Das kann man pauschal nicht genau sagen. Klar, benötigt werden Stahlvorfachmaterial, Wirbel und Snaps sowie ein scharfer Seitenschneider. Ab jetzt muss man aber unterscheiden, wie man später verfahren will.
Für das s.g. „Twizzeln“ braucht man zusätzlich noch ein Feuerzeug und eine Häkelnadel oder Ähnliches.
Will man „Quetschen“ so werden eine Quetschhülsenzange und für das Vorfach passende Quetschhülsen benötigt.
Welches Verfahren ihr wählt, könnt ihr anhand meiner nachstehenden Anleitung für euch selber festlegen.
Jetzt steht noch die Wahl des richtigen Stahlvorfachmaterials aus. Will man ein 1x7 oder 7x7 Material?
Beide haben ihre Vor- und Nachteile. So besteht das 1x7 aus sieben miteinander verflochtenen Stahlsträngen, das 7x7 aus 49 Stahlfäden, wovon sieben Fäden miteinander verflochten sind, die aus jeweils sieben kleineren Strängen bestehen. Folglich ist das 7x7 Material weich und biegsam, das 1x7 hingegen etwas steifer. Daraus ergibt sich aber auch, dass das 7x7 knickanfälliger ist, als sein Gegenüber. Also muss man es häufiger austauschen und jedes Mal gründlich auf Knicke untersuchen.
Will man kleinere Wobbler fischen, benutzt man aufgrund der Flexibilität besser 7x7-Material, zumal dieses bei gleicher Tragkraft auch dünner und somit unauffälliger ist. Für schwere Wobbler oder Jerkbaits wählt man besser 1x7-Vorfächer. Wem der Preis wichtiger ist, der greift besser nicht zum 49-fädigen Material, dies ist nämlich bei weitem teurer als das 7-fädige. Vergleicht man den Preis einer 10 Meter Rolle Stahlvorfach, so ergibt sich ein Preisunterschied von knapp drei Euro oder 5 Franken (abhängig vom Hersteller).
Ich benutze derzeit 1x7-Material. Mir war der Preis wichtiger. Ausserdem war für mich die Knickanfälligkeit der 7x7-Materialien ein K.O. Kriterium, da es auf Dauer dann doch sehr ins Geld ginge ...
Habt ihr das richtige Material gefunden, kann es also losgehen.
Zunächst stelle ich euch das „Twizzeln“ vor. Dazu schneidet ihr das Stahlvorfach in gewünschter Länge ab (ich nehme hier 50cm). Nun legt ihr euch einen Snap, einen Wirbel sowie Feuerzeug und Häkelnadel zurecht.
Im nächsten Schritt erhitzt ihr die beiden Enden des Vorfachs auf etwa drei Zentimetern Länge, sodass die Nylonummantelung abgeht. Jetzt erhitzt ihr weiter und stoppt erst, wenn das Stahl auf den kompletten drei Zentimetern orange aufgeglüht ist. Nun ist dieser Teil hart und nicht mehr so flexibel wie zuvor. Darum kann man es nun verzwirbeln ohne dass es sich zurückdreht. Es bleibt in der gewünschten Form.