Wir alle geniessen ein wunderbares Hobby. Angeln macht Spass. Es weckt einen Urinstinkt in uns, das Jagdfieber. Mit modernsten Geräten stellen wir den Flossenträgern nach. Kein Gewässer ist sicher vor uns. Kein Fisch wird verschont…. Oder etwa doch? Schonzeiten, Mindestfangmasse, Verbote und Vorschriften…. Wer heute ans Wasser geht, muss sich gut auskennen in den Gesetzen, sonst wird ein Angelausflug schnell zu einem teuren und mit einem Nachspiel behafteten Unternehmen.
Kein Wunder, dass die meisten unter uns immer wieder in Katalogen rumschnuppern, die uns Hotspots auf der ganzen Welt als den einzig richtigen Weg zum Traumfisch präsentieren. Hochglanzprospekte, Traumbilder von unberührter Landschaft und Rekordfängen. Organisiert von A-Z… Flug, Transfer, Unterkunft, Boot, Köder, Guides…. Nur noch rein kurbeln müssen wir die Fische selbst… Einige von euch haben dies bestimmt auch schon erlebt. Und plötzlich war's vorbei mit der Angelromantik. Zwölf Boote auf dem Fluss, in der Unterkunft Anglerlatein ohne Ende und nach einer Woche hat man das Gefühl, einer mehr in einer nicht endenden Flut von Angler aus der ganzen Welt zu sein…
Alaska, British Columbia, Irland, Schweden, Norwegen, Kuba… alles schillernde Namen mit Garantie auf prächtige Fänge und bester Infrastruktur. Doch wo bleibt das Abenteuer?
Ich will euch hier ein paar Destinationen zeigen, wo Angeln vielleicht nicht zum persönlichen Rekord führt, aber ganz bestimmt zu einem unvergesslichen Abenteuer. Ich habe diese Destinationen selbst bereist und erzähle euch von selbst erlebten. Dieser Bericht soll euch dazu ermuntern, selbst einen neuen Hotspot zu finden und Angeln in einer ganz neuen Dimension zu erleben…
Brasilien
Ich habe in Brasilien an vielen Orten geangelt. Sei es im Amazonas, im Pantanal oder sogar im Rio Parana. Im Amazonas ist die Angelei prinzipiell überall möglich. Selbst mitten in Manaus, am Steg des Fünfsterne Hotels sind die Fangaussichten bestens. Welse, Welse und noch mal Welse… Doch wer sich am Hafen ein Boot chartert und ein paar Kilometer flussaufwärts begibt, findet schnell traumhafte Buchten und kleine Nebenflüsse, in denen das Angeln zum Überraschungsausflug wird. Es gibt eine kaum zu beziffernde Anzahl von Barschen, Welsen und anderen Räubern, die auf Fischstücke, Wobbler, Spinner oder andere Köder beissen. Und natürlich sind auch hier die Piranhas überall anzutreffen… Dazu eine kleine, amüsante Geschichte…

Ich habe selbst viele Jahre in Brasilien gelebt. Und so habe ich es mir auch nicht nehmen lassen, für drei Monate bei einer Familie mitten im Dschungel zu leben. Am Ufer des Flusses, ohne Strom, ohne fliessendes Wasser und mit der Möglichkeit, einmal pro Woche sich auf einem schwimmenden „Lädeli“ mit dem nötigsten einzudecken. Es war an einem Morgen, als ich mit dem Familienoberhaupt fischen ging. Ein Langboot, aus einem Stück geschnitzt, brachte uns in einen überfluteten Wald, wo wir mit Angeln begannen. Schnell war unser Boot voll mit prächtigen Piranhas und das Nachtessen für die Familie war gesichert. Froh, so schnell den Korb gefüllt zu haben, sprang Joao ins Wasser und nahm ein Bad… eben noch haben wir dort Piranhas gefangen und nun plantschten wir zusammen in dem schwarzen Tee….