Kunstköder sind beim Angeln häufig verwendete Nachbildungen verschiedener Futter- und Nährtiere, die am und im Wasser vorkommen. Manchmal jedoch imitieren sie in Form und Farbe keine direkte Nahrung, sondern reizen die Fische zur Aggressivität oder stimulieren den Jagdtrieb. Dies vor allem mit den gerade zurzeit so populären amerikanischen Angelmethoden, beziehungsweise Ködern. Am häufigsten wird den Fischen hierbei mit der Fliegen- oder Spinnausrüstung nachgestellt. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Zielfische Friedfische oder Raubfische sind.
Im Laufe der Zeit ist eine Vielfalt von Angelmethoden mit in Form und Farbe ganz unterschiedlichen Ködern entstanden, auf die hier ein wenig genauer eingegangen wird, wobei wir uns auf die am meisten benutzten und auch erhältlichen Kunstköder konzentrieren wollen.
Die Arten der bekanntesten und gebräuchlichsten künstlichen Köder werdn in alphabetischer Reihenfolge vorgestellt.
Blinker
Der Blinker ist einer der einfachsten Kunstköder, welcher in länglicher, meist ovaler Form angeboten und verwendet wird. Er besteht aus einem Metallkörper, der auf der Längsachse an beiden Enden mit mit je einem Sprengring versehen ist, in welche ein Tönnchenwirbel beziehungsweise ein Einzelhaken oder Drilling befestigt wird. Der Tönnchenwirbel wird in den Wirbel am Stahlvorfach eingehängt. Der Wirbel wirkt zusätzlich gegen Schnurdrall.
Blinker sind in verschiedenen Grössen und Farben erhältlich. So lassen sie sich auf verschiedene Raubfische einsetzen. Neben Hecht, Zander, Barsch, Waller und allen möglichen Salmoniden, wie Bach- und Regenbogenforellen, Saiblingen, Huchen, Lachs und Meerforellen lassen sich auch gelegentlich Friedfische, wie Döbel, Aland und Rapfen überlisten, wobei diese meist Beifang sind, mit Ausnahme des Rapfens.
Die bekanntesten Blinker dürften die des Erfinders Fritz Ziegenspeck (Effzett) und des Arztes und Anglers Dr. Karl Heintz (Heintzblinker) sein. Auch gibt es spezielle Blinkerformen, wie den Meerforellenblinker, welcher im Gegensatz zum normalen Blinker schmaler und länglicher ist.
Fliegen, Streamer und Nymphen
Diese Kunstköder bestehen meist aus Fell, Federn, Haaren und künstlichen Materialien, die mit einer speziellen Bindetechnik und dazugehörigem Material auf meist langschenklige Haken gebunden werden. Die so hergestellten Köder werden dann vor allem beim Fliegenfischen verwendet. Sie lassen sich aber auch sehr gut mit der Sbirolinomontage, dem Tiroler Hölzl oder mit speziellen Posen (Wasserkugel/Buldo) anbieten. Je nach Grösse finden sie im Süss- und Salzwasser Verwendung. Die Zahl der Zielfische, die man damit fangen kann, ist unbegrenzt.
Gummiköder
In diese Kategorie fallen alle Arten von wurmähnlichen Twistern, fischähnlichen Shads,
Maks und anderen Nachbildungen. Selbst Maden, Bienenmaden, Würmer, Mais und Pinkies werden schon aus diesem Material hergestellt.
Gummiköder bestehen heutzutage meist aus umweltfreundlichen Silikonen. Früher wurden sie in der Regel aus mit diversen Weichmachern gemischtem PVC hergestellt, welches zu Problemen mit den Kunstköderboxen führte. Die Köder liessen die Boxen „schmelzen“ und verformten sich zu Klumpen.
Die oben erstgenannten Köder finden vor allem beim Spinnfischen, beim Drop-Shot, beim Vertikalangeln und beim Kutterangeln Verwendung. Die Nachbildungen von Maden, Mais usw. werden beim Feedern oder Matchangeln eingesetzt.
Hegene
Als Hegene bezeichnet man ein Vorfach mit mehreren, meist 3 bis 5 Mundschnüren, welches man auch als Paternostermontage bezeichnet. An den Mundschnüren befinden sich verschiedenfarbige Nymphen, welche aufsteigende Insektenlarven imitieren sollen. Am Ende der Hegene befestigt man ein kleines Blei oder auch einen kleinen Pilker/Zocker als letzte Anbissstelle. Mit dieser Methode beangelt man hauptsächlich Renken/Maränen, aber auch Barsche, Forellen und Saiblinge lassen sich damit erfolgreich überlisten.
Huchen- und Forellenzopf
Beim Huchenzopf handelt es sich um einen speziellen Spinnköder, welcher einen Schwarm Querder (junge Bachneunaugen) imitiert. Er besteht aus einem Bleikopf, der auf einer Stahlachse befestigt ist. Auf Höhe des hohlen Bleikopfs waren früher Leder- oder Speckstreifen befestigt, heute sind es meist Gummiwümer oder ähnliche Nachbildungen. Als es noch erlaubt war, bestand der Huchenzopf aus Neunaugen, die früher zu Hauf vorkamen. Damit konnte man den „Donaulachsen“ nachstellen. Huchenzöpfe sind meist 15 bis 20 cm lang, Forellenzöpfe weisen eine Länge von 5 bis10 cm auf. Selbst Hecht, Zander, Barsche und Saiblinge lassen sich mit diesem Köder überlisten.
Mormyschka
Dieser Köder, der beim Eisangeln verwendet wird, stammt ursprünglich aus Russland und anderen Staaten der GUS, wo er auch mit Wurm oder Maden garniert benutzt wird. Diese filigranen Kunstköder imitieren meist Wasserinsekten oder Fischbrut. Einfache Mormyschken bestehen aber meist nur aus einem Haken, auf den ein Bleischrot geklemmt wurde. Ziel ist es mit diesem Köder Weißfische und Barsche unter dem Eis zu überlisten. Grössere Fische, auch Raubfische, bleiben aber meist die Ausnahme, sind aber durchaus möglich.