Ein gezieltes Angeln auf Schleien gestaltet sich manchmal sehr schwierig, da sehr gute Karpfengewässer auch sehr gute Schleiengewässer sind, so zumindest meiner Erfahrung und Beobachtung nach.
Eine weitere Schwierigkeit sind die gleichen bevorzugten Nahrungsgrundlagen, so dass beide Fischarten sehr stark in Konkurrenz zueinander stehen. Hier wird auf alle wichtigen Dinge, wie Fangplätze, Köder, Tackle, Montagen und was sonst noch wichtig ist, eingegangen.
Um erfolgversprechende Stellen zu finden, muss man natürlich erst einmal ein Gewässer erkunden, sofern man dieses nicht kennt wie seine Westentasche, denn ein Anfüttern ist auch beim gezielten Schleienfang unumgänglich.
Wie beim Karpfen auch sind dies Schilfzonen, Seerosen, im Fluss ruhige Seitenarme mit genügend Deckung, überhängende Bäume und Büsche, Krautfahnen, Plateaus, Badestellen, Buchten Futterplätze von Wasservögeln usw. etc., einige gute Stellen in Nah- und Fernbereich zeigen folgende Bilder.
Da Schleien, Karpfen und große Weißfische ähnliche Köder und Ködergrößen bevorzugen, kann man Fänge von diesen nicht ausschließen, aber mit Hilfe von diversen Ködern eindämmen.
Einer meiner liebsten Köder ist allerdings der Mistwurm/Dendrobena, gefolgt von Mais, Maden, Boilies im Durchmesser von 10-14mm (gelegentlich bis 20mm), Pellets, Tauwurm und einigen anderen Ködern, welche zum Fang von oben genannten Fischen verwendet werden können.
Angefüttert wird mit derselben Futtermischung wie auf Karpfen, welche auf meinem Feeder- und Grundfuttermix aufgebaut ist, allerdings bevorzuge ich dabei meist süße und fruchtige Zusätze, während ich beim Karpfen vielmehr fischige und herbe Zusätze benutze.
Zur Angelei setze ich verschiedene Ruten und Rollen ein, abgestimmt auf das jeweilige Gewässer, Hindernisse, Angelentfernung, aber auch auf den vorhandenen Karpfenbestand und dessen Größenverhältnisse.
Bei den Ruten kommen gerne meine Karpfenruten (2-2,75lbs) mit den Freilaufrollen, welche mit 026-0,35mm Monofiler oder 0,12mm Geflochtener bespult sind, gerade bei hohem Karpfenaufkommen, zum Einsatz.
Medium-Feederruten mit kleinen geschlossenen oder offenen Futterkörben nutze ich ebenso, welche ein Wurfgewicht bis 80g haben, ansonsten verwende ich auch gerne Match- oder andere leichte Posenruten um der Schleie nachzustellen.
Desweiteren komplettieren ein großer Kescher, eine Abhakmatte, ein Rod Pod und wenn erlaubt ein geräumiger Setzkescher, wenn der Fang entnommen werden soll, die Ausrüstung.
Klar dürfen auch ein Karpfenstuhl, ein Wetterschutz, ein Boiliewurfrohr oder eine Futterschleuder nicht fehlen, Boiliedips, aus eigener Herstellung (Butter-Vanille-Dip, Amarena-Kirsch-Sirup, usw.), können manchmal auch vor einem Schneidertag retten.
Die Hakengröße ist abhängig vom verwendeten Köder und liegt meist zwischen den Größen 4-8, manchmal auch
Größe 2.
Bleigewichte werden an das Gewässer angepasst, und bewegen sich meist zwischen 20-60g, im Fluss oder auf weite Entfernungen können es schon mal 80g werden, gerade bei der Boilieanglerei.
Als Posen kommen vorbebleite Waggler mit einer Tragkraft bis zu 12g zum Zuge, aber auch schlanke andere Posenmodelle mit 4-8g Tragkraft, je nach Angelentfernung und Wassertiefe.
Meine Standardmontage besitzt mehrere Vorteile, da ich von der Posen- auf die Grundmontage ohne viel Aufwand wechseln kann, auch von leichten auf schwerere Bleie oder auch der Wechsel auf einen Futterkorb stellt auch kein Problem dar.
Wie auf dem Bild zu entnehmen werden erst zwei Gummistopper auf die Hauptschnur gezogen, anschließend ein Konnektor, wieder zwei Gummistopper und anschließend der Wirbel in dem das Vorfach eingehängt wird, das Blei befindet sich auf der Hauptschnur, da ich an dieser Rute auch mit Pose angle und sie so optimal ausgebleit ist.
Mein Feeder- und Grundfutterbasismix setzt sich aus folgenden Zutaten zusammen, den ich nach dem Mischen in 1 Kg-Beutel abfülle und vacuumiere.
5 Kg Paniermehl gemischt aus getrocknetem Brot, Toastscheiben und Brötchen/Semmeln
2 Kg Maismehl
2 Kg Bisquitmehl, zerriebene Löffelbisquits oder Tortenböden
2 kg Hartweizengries
2 Kg Kartoffelflocken
500g kernige Haferflocken
500g zerstoßene Cornflakes
Als Zusätze kommen dann noch die verwendeten Köder hinzu, wie Dosenmais, Maden, zerstückelte Würmer, kleine Pellets, gecrushte Boilies, Erdmandeln/Tigernüsse, Bohnen, Erbsen, Hanf, zerbröseltes Hunde- oder Katzenfutter, Kichererbsen, Mehlwürmer, Zuckmückenlarven und gekochte Getreidekörner, je nach dem was man als Köder verwendet oder mit welcher Mischung man die besten Erfahrungen gemacht hat, diese Mischung benutze ich sowohl zum losen Anfüttern um den Angelplatz anzulegen, wie auch beim Feedern.
Meine größten Schleien konnte ich fast allesamt beim Nachtangeln erbeuten, darunter Exemplare, welche die magischen 50cm doch sehr weit überschritten haben, 56cm und 54cm waren bisher meine größten Schleien, gefolgt von einigen, welche die 50cm knapp überschritten haben.
Oft wurden sie nur ein paar Meter vom Ufer entfernt gefangen, Badestrände oder Plätze an den Wasservögel gefüttert werden sind hier meist auch eine sehr gute Platzwahl, eben Plätze die ich eigentlich zum Aalfang aufgesucht hatte, bei vorgefütterten Angelplätzen kann man auch sehr gut untertags fangen.
Viel Erfolg und Petri Heil bei der Pirsch auf die Schleie!!!
Vielen Dank an Bluenight für die mir zur Verfügung gestellten Schleienbilder.