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Spürangeln

Eingestellt am 13.08.10 @ 09:46 von Guntram
Eine erfolgreiche und gut lernbare Methode des Grundangelns, bei der die Schnur mit den Fingern gehalten und der Biss erspürt wird. Gut anzuwenden beim Grundangeln auf Barbe und Döbel.
Auch wenn Schwing- und Zitterspitze sicherlich zu den sensiblen Bissanzeigern gehören, können sie doch nicht mit der Sensibilität der menschlichen Tastnerven mithalten.

Ein Praxisbericht zum Spürangeln
Um schnell genug reagieren zu können, halte ich die Rute in der Hand und stütze sie auf den Oberschenkeln ab. Der Korkgriff wird unter den rechten Unterarm geklemmt. Die Rute sollte direkt auf den Köder zeigen. Bei einem starken Winkel zwischen Rute und Schnur, würde der Zug an der Schnur zuerst auf die Rutenspitze treffen.

Ich verwende leichte, sensible Ruten mit einer Länge um die 3 Meter. Längere Ruten kann man nicht mehr ruhig genug halten. Auf grössere Entfernung und bei stärkerer Strömung verwende ich eine 3,30 Meter Harrison Avon Rute und lege nur den oberen Teil auf einen Rutenhalter mit V-Auflage. Rute, Rolle, Schnur und Blei - ich benutze meist eine einfach Laufbleimontage - sollten so leicht wie möglich gewählt werden, um die Sensibilität zu gewährleisten.

In einem Fliessgewässer, wenn es am Gewässer erlaubt ist, wähle ich das Bleigewicht gerade so schwer, dass es nicht von der Strömung weggetragen wird. Von Zeit zu Zeit hebe ich die Rutenspitze und somit das Blei etwas an, so dass es langsam über das Flussbett wandert und ein Stück weiter wieder liegen bleibt. Gerade diese Bewegung des Köders reizt manchen Fisch zum Anbiss.

Die Schnur halte ich zwischen Daumen und Zeigefinger der linken Hand und kann so die feinsten Zupfer erspüren. Wir können aber auch die Schnur mit dem Zeige- oder Mittelfinger der rechten Hand kontrollieren. Dafür müssen wir die Schnur leicht gegen den Griff drücken.

Die Bisse machen sich unterschiedlich bemerkbar. An einem Tag ist es ein deutlicher Zug, der auf jeden Fall mit einem Anhieb quittiert werden sollte, oder der gierig beissende Fisch reisst einem sogar die Schnur aus den Fingern. An anderen Tagen sind es aber nur feine, vorsichtige Zupfer. Meist ist es sinnvoll mit dem Anhieb zu warten, bis der Fisch deutlicher zieht, aber das ist Erfahrungssache.

Vor allem im Fliesswasser benötigt man Erfahrung, um die Zupfer an der Schnur richtig zu deuten und von der Strömung unterscheiden zu können. Wenn man mit dem Spürangeln beginnt, ist es ratsam es an einem Stillwasser mit gutem Fischbestand auszuprobieren. So kann man Erfahrungen sammeln und diese später auch in schwierigeren Gewässern nutzen.

Das Spürangeln erfordert ein Höchstmass an Konzentration und ist daher anstrengend. Ich wende es hauptsächlich an, wenn die Bisse zwar häufig sind, die Verwertung der Bisse aber zu wünschen übrig lässt. Gerade bei Döbeln gibt es oft Blitzbisse, die man schlecht anschlagen kann. Die feinen Vorboten dieser Bisse sind nicht zu sehen, können aber erspürt und zum richtigen Zeitpunkt angeschlagen werden.
 

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