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Schlundblei Montage

Eingestellt am 19.01.11 @ 14:10 von Ricci
Schlundbleisysteme sind relativ leichte Spinnmontagen für tote Köderfische
Ein absoluter Bringer im Bergsee und in ruhigen Flusspassagen



Material:
- Stationärrolle ab der 2000er Klasse aufwärts
- Leichte Spinnrute mit nicht zu harter Spitzenaktion 2,3 bis 2,7ml, WG 5 bis 15 Gramm
- Gute Mono der 20er bis 24er Stärke
- Schlundbleisysteme 3 bis 6 Gramm
- Wo Wurfweiten über 35 Meter nötig werden, auch Laufbleie und Dreifachwirbel

Köder:
- Tote Elritzen
- Lauben
- Gründlinge und Koppen der Grössen 7 bis 12 cm

Frische Köder sind optimal, gefrorene mit Salz konservierte gehen aber auch gut. Von Fischen aus dem Formalinglas halte ich persönlich nichts.



Praxis


Die Absinkphase:
Leider beobachte ich auch heute noch viele Angler, die das Absinken der Montage nur als notwendigen Zweck sehen, den Köder auf Arbeitstiefe zubringen. Meistens nutzen diese Kollegen die Zeit um sich eine Zigarette anzuzünden oder das Panorama zu geniessen. Einige legen sogar die Rute aus der Hand. Das alles ist ja schön und bequem, lässt sie aber das Zuschnappen einer Forelle zu spät oder gar nicht erkennen.

Konzentration, vom Augenblick an wo der Köder im Wasser aufschlägt ist also notwendig. In mitteltiefen und tiefen Bergseen sieht die Absinkphase bei mir wie folgt aus:
- Nach dem Aufschlagen des Köders auf der Wasseroberfläche schliesse ich den Rollenbügel und straffe die Schnur auf eine gerade Linie
- Bei starkem Seitenwind ziehe ich sie mit eingetauchter Rutenspitze unter Wasser gerade, um dann den Rollenbügel sofort wieder zu öffnen und einen kontrollierten Schnurablauf auf die gewünschte Tiefe zu gewährleisten.
- Den Schnurablauf überwache ich mit waagrecht gehaltener Rutenspitze ganz genau, zu schnelles Absinken seitliches Ausscheren oder gar Absinkstop im Freiwasser wird sofort durch leichtes Anheben der Rutenspitze kontrolliert.

Ihr werdet bald feststellen das ein "krankes, schwaches Fischchen" das auf den Grund zuschwebt für praktisch alle Räuber eine leichte und attraktive Beute ist. Mit etwas Übung und der nötigen Aufmerksamkeit kriegt ihr die Bisserkennung auch mit offenem Rollenbügel hin.

Die Einholphase:
Da es des Variantenreichtums wegen eines ganzen Buches bedürfte, um alle Techniken zu beschreiben, beschränke ich mich hier auf die meiner Ansicht nach fundamentalen Techniken.

Jiggen:
Den Köderfisch auf Grund sinken lassen und ihn dann mit der Rutenspitze und der Rolle beschleunigen - wieder absinken lassen - beschleunigen etc. etc. Genauso wie ein Gummifisch am Jighead.

Twitchen:
Den Köderfisch beim Einholen mit Zupfen und leichten Rutenschlägen seitlich ausbrechen lassen (in allen Wassertiefen die meiner Meinung nach effektivste Methode).

Tod auf Grund:
Den Köderfisch 2 Minuten am Ort liegen lassen und ihn dann langsam einen oder zwei Meter ziehen und ihn dann dort wieder zwei Minuten liegen lassen. Wenn man sicher ist, einen Hotspot gefunden zu haben kann man die Intervalle natürlich auch verlängern.
(Frisch getötete Köfis sind bei dieser Technik erste Wahl, gefrorene gehen aber auch).
 
Wenn man alles richtig macht, wird man es früher oder später mit dieser Interessentengruppe zu tun haben.



Vor- und Nachteile


Vorteile:
- für den Fisch ist sie praktisch unsichtbar
- langsames Absinken, man fischt schon in der Absinkphase
- durch das biegbare Blei kann man dem Fisch beliebig viel Aktion einhauchen
- Schlundbleisysteme sind weniger hängerträchtig als kopflastige Köfi- Systeme

Nachteile:
- ein relativ kleiner Aktionsradius des leichten Gewichts wegen (Vorbleienschafft Abhilfe)
- in stark strömenden Einläufen/Flüssen wird der Köder schnell verdriftet

Zum Abschluss noch ein Foto eines richtig angeköderten Fischleins.

 

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