Welse in der französischen Rhone zeigen ungewöhnliches Schwarmverhalten, Forscher rätseln über die unerklärliche Zusammenrottung der Fische. In einem Bereich südlich von Lyon entdeckten die Forscher sie wiederholt bis zu 2,10 Meter lange Europäische Welse, die sich zu dicht gedrängten Gruppen ballten. Solche grossen Ansammlungen des grössten Süsswasserfischs Europas habe man noch nie zuvor gesehen.
Die Ursache für dieses für Welse ungewöhnliche Verhalten sei noch völlig rätselhaft. Die beobachteten Ansammlungen entsprechen weder dem normalen Schwarmverhalten, haben auch keinen Zusammenhang mit der Fortpflanzung, der Nahrungsaufnahme oder dem Vermeiden von Fressfeinden.
Die Ansammlungen der riesigen Fische könnten auch bedeutende Konsequenzen für das Ökosystem in der Rhone haben. Allein der Kot dieser Fischgruppen reiche aus, um den Nährstoffhaushalt des Flusswassers stark zu verändern. Der von den bis zu 65 Kilogramm schweren Tieren abgegebene Kot beinhaltet eine Menge von Nährstoffen und verursacht somit massive Überdüngung des Wassers.
Im Rahmen ihrer Studie hatten die Forscher das Verhalten der Welse in einem Teilstück der Rhone über zwei Jahre hinweg beobachtet. Jedes Mal wurden im Wasser kugelförmige Ansammlungen von 15 bis 44 eng gedrängten Welsen vorgefunden.