In kalifornischen Gewässern hopsen viele und gesunde Königslachse herum. Dabei sind nur noch etwa zehn Prozent dieser Fische Wildtiere.
Die zum Laichen in den kalifornischen Mokelumne-Fluss zurückkehrenden Königslachse erscheinen gesund und zahlreich. Daher entsteht der Eindruck einer gesunden Population. Dabei sind nur noch etwa zehn Prozent dieser Fische Wildtiere – die übrigen stammen aus einem künstlichen Zuchtprogramm. So werde der Rückgang der natürlichen Population verdeckt.
Die Königslachse (Oncorhynchus tshawytscha) sind bei Hobbyanglern und Berufsfischern beliebt. Der damit einhergehende starke Druck auf die Tiere ließ viele Bestände zusammenbrechen. Daher gibt es zahlreiche Programme, um Lachse oder andere Fische künstlich zu vermehren.
Es ist von daher sehr schwer festzustellen, welcher Köningslachs natürlichen Ursprungs ist und welcher aus einer Zuchtanlage stammt. Schließlich lassen sich nicht alle Zuchtfische markieren.
Die Forscher von der University of California in Santa Cruz stützten sich daher auf eine Isotopen-Analyse der Ohrknochen der Lachse. Isotope sind Varianten eines chemischen Elementes, die sich in der Zahl ihrer Kernbausteine unterscheiden. Im Zuge des Wachstums werden die chemischen Elemente aus der Nahrung – etwa Schwefel – in den Körper eingebaut. Zuchtlachse erhalten mit der Nahrung mehr von einem bestimmten Schwefelisotop als natürlich aufgewachsene Artgenossen, und dieser Unterschied lässt sich auch nach langer Zeit noch nachweisen.
Das Team sammelte und untersuchte auf diese Weise rund 1300 Lachse aus dem Mokelumne-Fluss. Hinzu kamen die Daten von Vergleichsfischen aus Wildnis und Zucht. Dabei zeigte sich: Nur rund zehn Prozent der Fische sind natürlichen Ursprungs.