Der Hegibach kommt nicht aus den Negativschlagzeilen. Vor einem Jahr wütete hier die Krebspest, nun sind viele Fische der Gülle zum Opfer gefallen – auch nicht zum ersten Mal.
Weil in Muolen Gülle in den Hegibach gelangte, sind letzte Woche zahlreiche Fische auf Amriswiler Boden verendet. Für den mehrere Kilometer langen Abschnitt zwischen der Kantonsgrenze und dem Sport- und Freizeitcenter 1001 rechnet man mit einem Totalschaden. Die Gülle habe hier in sehr konzentrierter Menge gewirkt.
Die Kantonspolizei Thurgau konnte die Verschmutzung bis nach Muolen zurückverfolgen. Gemeinsam mit der Kantonspolizei St. Gallen versuchte sie den Ursprung zu lokalisieren. Da der Hegibach in diesem Bereich teilweise unterirdisch verläuft, gelang dies nicht. Schmerzlich ist der Vorfall für die Pächtergemeinschaft Hegibach. Einmal mehr sei eine mehrjährige Hege und Pflege umsonst gewesen, enerviert sich Viktor Herzog. Schon vor fünf beziehungsweise acht Jahren war einem Muoler Landwirten Gülle in den Bach entwichen und hatte den Fischbestand auf mehreren Kilometern Länge ausgelöscht.
Wie viele Tiere wegen des neuerlichen Gülle-Vorfalls ihr Leben lassen mussten, ist noch unklar. Der Ausfall werde nämlich nicht mit der Stückzahl, sondern mit dem Hektarertrag beziffert. Jedenfalls sei die Zahl der toten Tiere hoch.
Den Schaden des Gülle-Vorfalls schätzt das Amt für Umweltschutz auf über zehntausend Franken.