Weihnachtsfreude kam bei mir auf, als ich Mitte Dezember auf unserer Post ein Paket im Sperrgutformat abholen durfte.
Ich wusste natürlich schon, was in der grossen, mit Zebco Klebeband verschlossenen Schachtel, war. Trotzdem war ich neugierig wie ein kleines Kind, endlich die Sbirolino-Combo, die uns Herr Flury von der
Engros Sport-Fisch GmbH freundlicherweise zum Testen überlassen hatte, in meinen Händen zu halten.
Noch am selben Abend wurde die Browning Backfire auf den Rollenhalter der Quantum Spirocaster geschraubt und die beiden riesigen Spulen sorgfältig mit Geflecht und Mono aufgefüllt, so dass alles perfekt für die Praxistests bereit war. In den nächsten Tagen ging es dann mehrmals an die grenznahen italienischen Forellenseen, wo ich die Combo auf Herz und Nieren austesten konnte.
Praxis:
Auf das Wort Forellensee reagieren viele Fischerkollegen allergisch und Sprüche wie „Puff-Fische“ oder „jeder Wurf ein Fisch“ sind da an der Tagesordnung. Deshalb will ich hier kurz darauf hinweisen, dass die von mir ausgesuchten Testgewässer nichts mit Kilofischerei zu tun haben. Die Fische, die ich während der Testphase fangen konnte, forderten nebst dem Material, auch mein persönliches Know how.
In den Morgenstunden waren die Temperaturen oft unter der Nullgrad Grenze. Jeder Winterangler kennt das Problem mit den eingefrorenen Ringen. Aktives Fischen bedeutet kurbeln, kurbeln kurbeln. Die für eine Sbirolinorute relativ grossen SIC Ringe der Spirocaster, hielten das Problem aber in Grenzen. Auch der grosszügig dimensionierte EVA Schaumstoffgriff lag bei den eisigen Temperaturen eindeutig besser in der Hand, als die herkömmlichen schlanken Griffe der italienischen und französischen Ruten, die ich bisher verwendet habe.
An allen drei Testtagen waren die Fische sehr inaktiv und standen teilweise weit mehr als 60 Meter vom Ufer weg. Hier zeigte die Combo ihre wahre Stärke:
Die grosse Spule der Backfire und das nicht übertriebene Wurfgewicht von 35 Gramm der Spirocaster, liessen da nichts zu wünschen übrig.
Mit etwas Übung konnte ich schnell einmal locker 80 Meter werfen, was an den drei Testtagen entscheidend war und mich nicht als Schneider Nachhause gehen liess.
Die Bisserkennung mit dem sehr kräftigen Carbonblank ist logischerweise nicht so sensibel wie bei den sehr teuren italienischen Hi-Tech Sbiroruten, aber durchaus ausreichend, um das Zupfen einer 30 Zentimeter Regenbogenforelle, auch auf weit über 60 Meter Distanz, noch gut zu spüren.
Die Drilleigenschaften der Combo würde ich als gut einstufen, es ist relativ schwierig sich da bei kleineren Forellen ein Bild zu machen, wenn man zwischen Rute und Fisch einen 30 Gramm Sbirolino geschaltet hat. Beim Drillen der zwei grössten Fische (ca. 1Kilo), federte die Rute die Schläge ohne Probleme ab und die Bremse der Backfire leistete absolut ruckfreien Dienst. Ich bin mir sicher, die Combo hat aber auch Potenzial für deutlich grössere Fische.