haken.ch - internationale angler community
Du bist nicht angemeldet, bitte logge dich ein oder registriere dich

Bären und Wölfe in der Schweiz

Seite 1 von 1 - Einträge 1 bis 6 von 6 sortiert nach Letzter Beitrag (Aufsteigend sortiert (1-9,A-Z))
Bären und Wölfe in der Schweiz
Autor
Thema
17
731
13
255
Haken.ch - Team
Liebe Anglerkollegen,

obschon ich schon eine ganze Weile nicht mehr in der Schweiz lebe, informiere ich mich täglich über die Geschehnisse in meinem Heimatland. Und in letzter Zeit häuften sich wieder Berichte über reissende Wölfe im Wallis. Oder besser über einen Wolf...

80 Schafe gerissen und immer noch nicht zum Abschuss frei gegeben....

Wenn ich sowas lese, gibts bei mir nur noch Kopfschütteln... Wie ist sowas möglich? Wir haben hier in Rumänien Bären en mass, auch Wölfe, und zwar nicht einzelne, sondern grosse Rudel streifen durch die Wälder...

Und was man auch auf jedem Feld sieht sind hunderte, oft tausende Schafe. Nutztier Nummer 1 in Rumänien! Stets bewacht von einigen Hunden, denen man auch als Wanderer nicht in die Quere kommen sollte.

Vor 2 Wochen ist uns ein Bär vors Auto gesprungen... oder besser gesagt, gestolpert. Tollpatschig schlenderte er aus dem Wald, einige hundert Meter entfernt von einer Ferienhaus-Siedlung. Mal kurz stehen geblieben und unser Auto begutachtet, um dann wieder auf der anderen Strassenseite im Dickicht zu verschwinden...

Eine alltägliche Situation bei uns vor der Haustür. Keine 10 Kilometer von einer Grossstadt entfernt.

Wieso ist es nicht auch in der Schweiz möglich, mit den grossen Räubern zu leben? Ist die Schweiz zu einem Heimatmuseum verkümmert, in dem es keinen Platz mehr hat für wild lebende Raubtiere?

Was haltet ihr von der ganzen Sache? Wird hier ein Riesendrama gemacht oder hat es wirklich keinen Platz mehr für die scheuen Waldbewohner?

Mich interessiert die Meinung von Anglern...
Hättet ihr auch ein Problem damit, wenn sich diese Raubtiere in den Bergseeregionen aufhalten würden... so wie das bei uns der Fall ist? Oder würded ihr das eher als Bereicherung ansehen...

Diskussion ist lanciert....

Gruss Tinu
Gruss aus Brasov / Kronstadt, der schönsten Stadt Rumäniens!

Unsere Kleinste hat eine eigene Homepage:
http://dobermann-cindy.npage.eu
4
25
1
75
Angler-Gast
Hoi Tinu

also ich sehe es so, dass diese Tiere eine Bereicherung wären, jedoch ist der Platz in der Schweiz sehr beschränkt, durch die stetige Bevölkerungszunahme (Zuwanderung) wird dieses Problem auch nicht kleiner. Und wenn ich sehe wie laufend Land in Bauzone umgezont wird, kommt mir das kotzen (bin kein dunkelgrüner oder so, aber alles hat grenzen); hier wird gebaut was das zeug hält.

Wiederum kann man sagen das es "noch" relativ viel "Natur" hat...
Die Frage ist doch warum reisst ein Wolf 80 Schafe, wohl nicht zum Spass! Stress? Platz? Futterangebot? etc.
Auch heisst es Schutzhunde wären zu teuer.......

weiss auch nicht so genau was ich denken soll, aber der Lebensraum ist schon ziemlich stark beschränkt hier (wenn man bedenkt das Wölfe rumziehen).

LG Dominic
"Eine Stunde musste ich kämpfen, bis der Fisch draussen war." - "Ja, ja, so einen Büchsenöffner hatte meine Frau auch."

17
731
13
255
Haken.ch - Team
Hallo Dominic,

das Argument "kein Platz" habe ich früher auch vertreten. Seit ich jedoch in Rumänien wohne, sehe ich wie problemlos Mensch und Räuber nebeneinander leben können...
Die Schweiz hat einen Bestand von ca. 130'000 Rehen. Die teilen sich ihren Lebensraum auch mit dem Menschen. Warum also soll es nicht auch Platz haben für Wölfe und Bären.

Wir haben alleine hier im Raum Brasov (300'000 Einwohner, am Fusse der Karpaten) ein Dutzend oder mehr Bären, die sich nur wenige Kilometer von der Stadt entfernt die Wälder teilen. Besiedlung und Umfeld kann man mit dem Berner Oberland vergleichen...

Ich denke eher, dass in der Schweiz sofort wieder die finanziellen Aspekte aufgebauscht werden. 80 Schafe... ein Haufen Geld! Da kann man einen Störefried nicht dulden!!

Es geht doch auch in Norditalien, Slowenien etc.....

Dass dieser Wolf übrigens 80 Schafe gerissen hat, ist tatsächlich ungewöhnlich. Es entspricht nicht dem normalen Jagdtrieb. Obs denn auch 80 waren? Oder wurde ein bisschen nachgeholfen, um den Abschuss freizugeben, oder gar um ein bisschen "Bundesgeld" zu kassieren...?

Gruss Tinu
Gruss aus Brasov / Kronstadt, der schönsten Stadt Rumäniens!

Unsere Kleinste hat eine eigene Homepage:
http://dobermann-cindy.npage.eu
19
866
19
185
Haken.ch - Team
Hi Tinu,

über die Schweiz kann ich nichts schreiben, aber über Deutschland, bzw Bayern.

Bärenvorkommen sind mir keine bekannt, Wölfe werden desöfteren an der Bayrisch-Tschechischen Grenze gesichtet, zum Teil "bewohnen" und besiedeln sie alte und stillgelegte Truppenübungsplätze der Bundeswehr, welche auch an der Deusch-Polnischen Grenze sind, das heißt auch Sachsen, Berlin-Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern haben Wolfsrudel, in welcher Stärke und in welcher Dichte diese auftauchen ist mir allerdings nicht bekannt.

Die, die man seit Jahren wieder häuiger sieht , sind Luchse, ich konnte in meiner niederbayrischen Heimat(Bayrischer Wald) schon einige beobachten, wenn ich beim Pilzesammeln oder beim Fischen an sehr schlecht zugänglichen Gewässern in unwegsamen Gelände unterwegs war, welches von Insidern auch als Kleinkanada bezeichnet wird.
Die Luchse stören niemanden und Übergriffe auf Menschen sind keine bekannt geworden.

"Wildschäden" an Nutzvieh, wie Rindern, Hausschweinen, Pferden, Schafen, Ziegen, Geflügel oder sonstigem werden meist vom Jagdpächter, bzw dessen Versicherung getragen, ob es eine Art staatlicher Unterstützung gibt weiß ich nicht.

Mich stören sie nicht und würden mich auch nicht stören!

Ein Abschuß käme meiner Meinung nach nur in Frage, wenn menschliches Leben bedroht wird oder wurde, ansonsten wäre nach gewisser Zeit ein gereglter Abschuß pro Jahr von Vorteil, welcher sich bestandsregulierend auswirken sollte/müßte.


Gruß

JackKnife

...der, der besseres Fliegenfischerwetter erhofft!
21
1'102
28
255
Haken.ch - Team
Hallo Tinu
Die ganze Diskussion in der Schweiz ist ein Riesenwitz (allerdings ein schlechter). Zusammen mit einem Kollegen war ich im August in einer einmaligem Berglandschaft (Puschlav) fischend und biwakierend unterwegs. Selbst in einer sehr unwegsamen Gegend auf rund 2500 Meter Höhe hatte es hunderte, vermutlich wohl eher 1000 bis 2000 Schafe auf einem relativ keinen Fleck, völlig unbeaufsichtigt (d.h. keine Schutzhunde, Schäfer, Esel was auch immer). In der sehr schroffen und steilen Berglandschaft stiegen diese jeweils am Abend bis auf den Grat (gut 3000 Meter über Meer) hoch. Ohne zu suchen, fanden wir nur schon in der Nähe unseres Biwaks zahlreiche Knochen und Schädel und dazu drei gelbe Plastikmarken (Rinder gibt es dort keine)!

Da kommt wohl in gewissen Gegenden der Wolf mehr als gelegen. Viele Schafe stürzen nämlich in den Felsbänder einfach ab, meist ausgelöst durch eine Steinschlag von Schafen die sich weiter oben befinden. Für ein abgestürztes Schaf zahlt der Bund meines Wissen im Gegensatz zu einem gerissenen keine Entschädigung.

Kein Platz in der Schweiz für Wölfe und Bären in der Schweiz ist wohl auch kein schlagendes Argument (aber bei den bevorstehenden Wahlen auch ein Schlagwort einer gewissen Partei in Bezug auf die sogenannte Masseneinwanderung in die Schweiz) .

Insgesamt habe ich etwa 8 Wochen in Alaska verbracht. Dort dringen auf Nahrungssuche immer wieder Bären in Siedlungsräume vor (selbst in Anchorage). Die sind aber nicht grundsätzlich verhaltensgestört sondern gehen halt dorthin wo das Futter ist (Zivilisationsabfälle). In Anchorage werden diese meist betäubt und in abgelegenen Gebieten wieder ausgesetzt. Ich hatte auch einige wenige Bärenbegegnungen in abgelegenen Gegendenen und konnte bisher jedesmal auf einen gewissen gegenseitigen Respekt zählen. Mit der Ausnahme von lachsreichen, seichten Flüssen war der Bär in der Regel sogar unsichtbar (wie haben dort jeweils nur frische Spuren gesehen).

In abgelegenen Gegenden wird auf den Schwarzbär zwar häufig geschossen, die Braunbären sind aber ein Tabu, d.h. dürfen nach meinen Informationen nur bei aktuter Drohung getötet werden.

Nach meinem Wissenstand sind selbst in einem derart bärenreichen Bundesstaat Todesfälle mit Bären die absolute Ausnahme (der Bär ist in der Regel gegenüber dem Menschen scheu), dagegen gibt es zahlreiche Tote durch den Elch; nein nicht durch einen Angriff weil die Mutter mit Jungen unterwegs ist, sondern auf der Strasse durch einen Zusammenprall mit einem bis zu 800 KG schweren Tier!

Es gehört nach meiner Meinung schlicht und einfach zum Respekt zur Natur, dass diesen zurückkehrenden Raubtieren der Raum (den es nach meiner Meinung immer noch gibt) gewährt wird und wir unser Verhalten ein wenig anpassen (dazu gehört halt nun mal der Herdenschutz). Für gerissene Schafe (ist sicher kein erfreulicher Anblick) gibt es im Gegensatz zu den abgestürzten unbeaufsichtigten Tieren in der Schweiz eine relevante Entschädigung.

Jäger, die es in meinem Bekanntenkreis auch gibt (meist Jäger und Fischer) teilen natürlich meine Ansicht aus anderen nachvollziehbaren meist Gründen nicht.

In diesem Sinn interessieren mich nun andere, allenfalls gegensätzliche Meinungen.
Martin


Aufgrund meiner Begeisterung für die Salmoniden habe ich am 23. April auch mit dem Aufbau einer eigenen Hompage begonnen.

http://salmonidenfishing.ch
Petri und Gruss
Martin
3
14
0
15
Angler-Gast
interessantes thema.
in de surselva lebt schon seit 2002 ein wolf, der auch immer wieder gesehen wird.
es wurden sogar schon spuren von einem weibchen gesichtet, und man hoffte auf nachwuchs.
möglich ist das ganze aber auch nur mit hirtenschutzhunden, und so halten sich die schäden auch in grenzen.
der wolf hat meiner meinung nach ein absolutes recht auf platz in der schweiz, und ein gemeinsames leben ist "auch" möglich.
gibt übrigens auch diverse studien/berichte vom surselva wolf im google.
Ein Blitzableiter auf einem Kirchturm ist das denkbar stärkste Mißtrauensvotum gegen den lieben Gott.
Seite 1 von 1 - Einträge 1 bis 6 von 6 sortiert nach Letzter Beitrag (Aufsteigend sortiert (1-9,A-Z))