Eigentlich hatte ich die Hoffnung auf einen besseren Kanadier schon aufgegeben, als sich gegen 15 Uhr doch noch der Bissanzeiger ganz langsam hebte. Fühlung aufnehmen, nichts, langsam einkurbeln, nichts. Hatte ich nur geträumt? Der Sbiro kam in Sichtweite, das Bameli ebenfalls, nö nö, ich hatte nicht geträumt. Zirka einen Meter hinter dem Köder kamen sie, im zweier Pack. Eine ca. 40, die andere ein gutes Stück grösser. Kurbelstop, die Elritze schwebt langsam auf, die grössere kommt, stupst zweimal an, dann dreht sie ab und verschwindet hinter einem Stein. Die kleinere folgt ihr, Shit!
Die sind noch da. Schnell die Spinne mit dem Pointer geholt, den Stein grosszügig überworfen und schön kräftig twitschen..... Biss!
Die kleinere hängt, und ist nach 10 Sekunden Drill auf dem Trockenen.
Besser diese als gar keine dachte ich, als ich im Augenwinkel die etwa kilönige, in der Tiefe verschwinden sah.....
Tja, so läuft es manchmal. „Fa niente“ die nächste Saison kommt bestimmt wieder.
Fischereilich hatte es sich für diesen Tag. Aber auf dem Rückweg hatte ich noch eine Begegnung der anderen Art. Etwas müde, zog ich mir beim Abstieg das wunderhübsche Abendpanorama rein, als mich ein schriller Pfiff aus meiner Träumerei weckte. Ich hob den Kopf, und glaubte nicht richtig zu sehen.
10 Meter vor mir stand er, „The Boss“ mitten auf dem Wanderweg. Ich habe schon oft Steinböcke gesehen, meistens Weibchen mit Jungen oder jüngere Böcke, aber der da topte alle die ich bisher gesehen habe, ein über 100 Kilo schweres Alphatier. Geilo! Ich überliess den Wanderweg dem Boss, und machte fotografierend einen grosszügigen Bogen um das fantastische Tier.
30.09.2011 Der letzte Tag.
Programm, Matörgn, Randinasca, Lago Zött, Robiei.
Der steile Aufstieg zum Matörgn hatte es in sich, war wohl ein Boccalino zuviel am Vorabend. He he.
Aber einmal Oben angekommen, bezahlte eine fantastische Aussicht die Mühe und den Schweiss.
Fischereilich lief nicht wirklich was, habe ja schon geschrieben, „definitiv kein Namay Wetter“.
Zweimal um den See, brachten bis am Mittag, einige Schniepel die alle wieder schwimmen durften.
Gegen 13 Uhr ging es dann über einen „Hochalpinen“ Richtung Randinasca.
Ui ui ui, war das steil, ich leide unter Höhenangst. Kein Problem, einfach nicht runter schauen Ricci.
Leichter gesagt als getan, aber irgendwie habe ich es geschafft und komme heil an dem auf einer Hochebene mäanderden Forellenbächlein an. Ein sehr schöner und fischereilich sehr anspruchsvoller Bach. Fliegenfischer und UL-Spinner sind hier entschieden im Vorteil. Ich hatte ehrlich gesagt, mit meinem für schwerere Köder ausgelegeten Kanadierstock etwas Mühe, die leichten Schwimmwobbler genau zu platzieren. Nichts desto trotz, gelang mir trotzdem in einigen tieferen Spots, der Fang einiger hübschen Farionetten.
15 30 Uhr, Ankunft am Lago Zött, und „Zvieritime“.
Nach einer Stärkung und einem kleinen Fototermin, versuchte ich es ungefähr eine Stunde lang mit dem Sbiro und der Fliege. Ohne Erfolg, es war aber auch garnichts an der Oberfläche auszumachen. Deshalb entschied ich mich die letzte Etappe für dieses Jahr anzusteuern, den Lago Robiei.
25 Minuten Fussmarsch, brachten mich pünktlich zum Abendsprung, an den 30 Hektaren grossen Stausee.
Hier rockte es nochmals ganz nett, und die am Sbiro angebotene Black Ant, bescherte mir einen aktionsreichen Saisonabschluss...
Saluti und Tight Lines
Ricci