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Anglerlatein

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Anglerlatein
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Hallo Angler, Fischer und andere Lügner...

Wir freuen uns immer wieder über die schönen Bilder gemachter Fänge... handfeste Beweise für geglückte Ansitze, Kräfte zerrende Bachtouren und stundenlangen Bootstouren. Doch nicht immer hat man einen Fotoapparat dabei und kann den Auslöser drücken. Was macht man in einer solchen Situation? Ganz einfach... man geht nach Hause und schreibt eine kleine Geschichte zum erfolgreichen Fang. Das schöne dabei ist, man darf eine solche Erzählung gerne ausschmücken und, sagen wir mal mit viel Fantasie beschreiben....

Die einen schreiben gerne, die anderen lesen gerne und wieder andere mögen keins von beiden... ich hoffe, hier viele lustige, spannende und auch unglaubliche Geschichten zu lesen... weil Anglerlatein einfach Spass macht!
Wenns dann auch noch ein Bild als "Beweis" ( ) dabei hat, ist's auch ok.....

Also, Forumler.... schreibt mal los.... ich werd mich sicher auch bald melden.... wir haben am Sonntag Eiswettfischen....
Gruss aus Brasov / Kronstadt, der schönsten Stadt Rumäniens!

Unsere Kleinste hat eine eigene Homepage:
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Haken.ch - Team
coole idee
ich hätte da mal was...

letztes jahr war ich wie so oft am bach unterwegs, genauergesagt am fildrich. es ging immer weiter in eine schlucht hinein, auf den seiten steile felswände und das vorwärtskommen wurde immer schwerer. bis ich an eine stelle kam wo es lebensmüde wurde weiterzugehen, doch genau das spornte mich erst recht an, ich dachte da hat noch nie im leben einer gefischt. also wagte ich das unmögliche. ich hatte nur noch einen wurm übrig. den spieste ich bereits auf den haken, machte die rute klein und dann begann ich zu klettern. an einer einzigen wurzel die steile, rutschige felswamd hoch. und schon erkannte ich oben einen verheissungsvollen pool. bisher hat alles geklappt. ich kletterte noch etwas nach vorn und dann sprang ich einfach runter. sofort begann ich zu fischen. ich hatte nur einen wurm und somit nur eine chance. ich liess die feine tipmontage mit dem kleinen wasserfall in die tiefe des pools ziehen. doch sofort begann die schnur zu wandern, gegen die strömung, und ich hob augenblicklich an. ich verspürte grossen wiederstand und wusste glech geil ne grosse es war eindeutig ein fisch, ich spürte die heftigen kopfschläge, doch sosehr ich mich auch bemühte, ich konnte das vieh kaum von der stelle wegbringen. noch nie hatte ich solches adrenalin, das musste ein riesending sein. doch der spuk war viel zu schnell vorbei... plötzlich flog mir alles entgegen und ich betrachtete ungläubig den aufgebogenen haken ich weiss das glaubt mir keiner aber mir hat wirklich eine kapitele bafo einen stuckihaken der grösse 5 aufgebogen!!!
keine ahnung mehr wie ich zurückkam, ich weiss nur noch dass es mit einem eiskalten bad endete, da ich mich nicht mehr zurück über den fels traute
nach diesem erlebnis ist der tag für mich wahrhaftig ins wasser gefallen

passt doch hierhin und (leider) ist alles wahr

grüsse
nicola
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Hey Nici...

coole Story! Und ich glaub sie dir auch... solche Stellen gibt es einige an der Rigi... da hast du Adrenalin im Blut, noch bevor du mit fischen anfängst.... Klettertouren über rutschige, bemooste Felsen.... Knieschlottern.... aber eben, die Kapitalen warten genau dort...!

Gut erzählt.... beim lesen läuft gleich der Film im Kopf! Super!

Grüsse aus dem tief verschneiten Brasov!

Tinu

Gruss aus Brasov / Kronstadt, der schönsten Stadt Rumäniens!

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Gratulation Nicola (DIE GEMSE)
Das hast du einen super Beitrag verfasst. Macht von A bis Z einfach Spass, dein Abenteuer zu lesen (noch mehr als die mündlichen Schilderungen). Ich habe den schweren Verdacht, dass du dort noch einmal rauf musst (Seil mitnehmen, dann kommst du wenigesten runter).
Petri und.....
Martin
Aufgrund meiner Begeisterung für die Salmoniden habe ich am 23. April auch mit dem Aufbau einer eigenen Hompage begonnen.

http://salmonidenfishing.ch
Petri und Gruss
Martin
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danke

@ tinu: das knieschlottern trifft es auf den punkt, hatte ich auch schon nach der kletterei
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Angler-Geselle
Hört sich wirklich sehr abenteuerlich an aber wer nichts wagt, gewinnt auch nichts.
Und zum Thema aufbiegen, dass glaub ich dir sofort...

Ich hatte vor ziehmlich genau einem Jahr ein Erlebnis in der Aare.
Ich stand mit meinem Bruder an einem kalten Januarmorgen auf einem Vorsprung und angelte mit einem 17cm Wobbler auf Hecht.
Als ich nach dem x-ten Wurf den Wobbler aus dem Wasser hob und schon wieder zum Auswerfen ausholte, sah ich im Augenwinkel gerade noch etwas helles, grosses in der Tiefe aufblitzen.
Nach einem Moment der starre folgte dann der nächste Wurf in die Abtauchrichtung und ich hoffte auf einen schönen Hechtbiss.
Inzwischen war mein verständigter Bruder auch heran geeilt, um den erhofften Drill mit an zu sehen.
Leider kam es nicht zu erhofften Hechtdrill, denn es tauchte in etwa 5m Entfernung eine gewaltige Forelle hinter dem Wobbler auf.
Da die Schonzeit hatten, hab ich den Zug abgebrochen und der Wobbler taumelte langsam Richtung Oberfläche.
Das hinderte die Forelle aber nicht daran, langsam näher zu kommen.
Als ich den Wobbler eine Rutenlänge vor mir aus dem Wasser hob, gliet sie gemächlich in einer schönen Seitwärtsstellung vor uns vorbei und tauchte seitwärts ab.
Es traff uns fast der Schlag, als klar wurde, dass dieser Gigant zweifelsfrei eine Bachforelle war. Die Zeichnung war wunderschön und perfekt zu bestaunen.
Ueber die Grösse wurden wir uns nicht ganz einig aber das sie jenseits der 80cm war, daran besteht kein Zweifel...
Es glaubt uns heute noch fast keiner, dass wir so eine Bacho gesehen haben, es sprechen alle immer von einer vermeintlichen Seeforelle aber was solls, es war trotzdem ein unvergesslicher Moment.
Man muss nicht immer alles fangen...


P.S.: Der Tip mit dem Seil hört sich vernünftig an und falls du die Bacho da raus hast, stell doch ein paar Fotos on...

Gegen sinnloses Töten jedes gefangenen Fisches!!!
Hardmono ist kein Stahlersatz!!!
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Haken.ch - Team
Ou Mann.... solche Aufblitzer von Kapitalen haben wir doch schon fast alle mal erlebt.... da denkst du nichts böses und plötzlich wie aus dem Nichts zeigt sich dein Traumfisch.... und nur du hast ihn gesehen.... das ist das Material aus dem Anglerlatein geboren wird....

Thanks für die Story! Und wer weiss... vielleicht wartet ja genau diese Forelle noch auf dich....
Gruss aus Brasov / Kronstadt, der schönsten Stadt Rumäniens!

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Haken.ch - Team
coole geschichte und das glaub ich dir auch
in kandersteg im blausee gibt es auch bafos über 80. gut, es ist eine zucht, aber es zeigt doch dass solche grössen möglich sind.

ja ich werde dieses jahr nochmals da hingehen und diesmal mit seil natürlich, wenn ich die erwischen sollte hagelts fotos ich bezweifle aber dass sie noch dort ist.

grüsse Nicola
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So, ich hab auch noch was zu erzählen....

Letzten Sommer bin ich wie so viele andere Male auch, übers Wochenende mit meinem Schatz an unseren Haussee angeln gefahren. Und wie immer hatten wir es auf Karpfen abgesehen. Rodpod und komplette Ausrüstung wie immer dabei...
Doch dieses Mal wollte mein Schatz eine neue Technik ausprobieren. Nicht Boilies etc, sondern mit dem Wagler-Zapfen und feinem Gerät...
Schatz fischte so auf eine Distanz von etwa 40 Meter... immer wieder Lupfer und Taucher... aber so richtig den Moment erwischt hat sie nie.... Als dann noch Wind aufkam, natürlich voll Gegenwind, war es schnell vorbei mit dem Zapfenfischen...
Langsam trieb die Montage ans Ufer und blieb irgendwann vor der Böschung im Grund hängen...
Wir sassen zu zweit am Ufer, in feinster Karpfenangler Manier, als plötzlich der längst vergessene Zapfen wie ein Turbo nur einen Meter vom Ufer entfernt quer dazu an uns vorbei "flog"....
Es dauerte eine halbe Sekunde, bis ich checkte, was da gerade passiert.... doch dann juckte ich aus dem Stuhl und rannte zur Angel, die auch schon begann, sich wie der Zeiger einer Uhr zu bewegen... gerade noch rechtezeitig erwischte ich den Griff und schon begann die Rute sich zu krümmen....
20'er Schnur und ein 16'er Vorfach mit 10'er Haken.... Super.... da war was kapitales dran.... schnell löste ich die Bremse und ein langer, vorsichtiger Drill begann... nach etwa einer halben Stunde lag ein wunderschöner Spiegelkarpfen von gut 7 Kilo im Netz... was für ein Fang! 100 Meter weit draussen lagen die Boilies und Futter und warteten auf die Kapitalen... und nur einen Meter vom Ufer entfernt, beisst ein solch schöner Fisch an unsere längst vergessene Montage.....

Wir schmunzelten noch den ganzen Abend ob diesem Erfolg... besonders wenn wir die Nachbarn beobachteten, die mit grösster Kraftanstrengung die Montagen über 120 Meter weit raus warfen und rein gar nichst fangen konnten....

Tinu
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Hallo Tinu und Hecht80
Zwei schöne Geschichten habt ihr da niedergeschrieben. Finde es cool, dass dieser Thread 2012 in neuer Form wieder auferstanden ist. Alle drei toll geschilderten Geschichten erscheinen mir aber als absolut glaubwürdig. Vielleicht geht ja bei einem anderen Fori oder bei mir mal die Fantasie durch, auch wenn man danach das Prädikat des "anderen Lügners" verdient hat

Freue mich auf die Fortsetzung
Martiin



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Petri und Gruss
Martin
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Angler-Geselle
Es war im 2010...
Als ich an einem Fluss stand und meine Zweigrammzapfenmontage schon etliche Male in einen Gumpen geworfen hatte. Vor dem Gumpen ergoss sich der Fluss über einige grosse Steine und drückte unaufhaltsam frisches Wasser in den Pool. Ich hatte hier schon ein, zwei schöne Forellen am Haken. Wie ich so am Angeln bin, sehe ich plötzlich etwas braunes im Wasser schwimmen. Zuerst denke ich an einen Ast. Nur komisch, dass sich der Ast quer zur Strömung bewegt. "Es" bewegt sich auch wellenförmig, genau so, wie ich mir Nessie aus Loch Ness immer vorgestellt habe. Es taucht ein paar Mal auf und wieder unter und verschwindet dann am gegenüberliegenden Ufer in der Tiefe. Durch die Strömung war das Wassers derart aufgewühlt, als dass ich hätte ein Tier dazu bestimmen können. Die ganze Sache dauerte etwa fünf Sekunden. Genug denkt ihr, um zu erkennen was es war? Bei weitem nicht! Ich glaube zwar eine Rückenflosse erkannt zu haben, bin mir aber heute noch nicht ganz sicher.
Erst nach einigen Tagen erzählte ich meinem Kollegen davon, war ich doch so erstaunt ab dem Ding und fürchtete ein wenig, man würde mich für durchgeknallt erklären. Es ging nicht lange, rief der Kollege mich an und erzählte mir, er habe eine ähnliche Beobachtung an der selben Stelle gemacht. Trotz dem wissen um die Kreatur, vermochte auch er nicht genau zu sagen, um was es sich handelte.
Ich war seither nie mehr an dieser Stelle angeln. Wieso?
Weiss ich ehrlich gesagt auch nicht so genau...

Diablo
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Haken.ch - Team
interessante story
bei uns gibt es keine so grossen wasserschlangen, also war es wohl entweder eine grosse forelle oder halt ein bieber oder sogar ein otter

was es auch war, ich glaubs dir

grüsse
nicola
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coole Story... vielleicht war's ja auch ein Forellen-Aal...
quasi ausgestorben......

Gruss und Thanks für's berichten...

René
Gruss
Rönner

Silurus Glanis Team Schweiz
http://www.silu-silurus.com/swiss-team/rönner/

die Wallerhölzer der High-Class
http://www.catwood-live.de/
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Haken.ch - Team
In der Stroy von Diablo steht ja nicht geschrieben, wie gross dieser "Ast" war.... vielleicht wars ja wirklich eine Ringelnatter... die können ja, vor allem weibliche Tiere, auch bis zu 1,5 Meter werden....

Anglerlatein..... ich liebe diese Storys....
Gruss aus Brasov / Kronstadt, der schönsten Stadt Rumäniens!

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Eisfischen in Rumänien... Adrenalin pur!

Endlich ist das Eis dick genug, ja schon fast mühsam dick... der Bohrer schleift sich Schicht umd Schicht durch das dunkle Eis. Es gefror in ein paar windstillen Nächten, und so ist es fast durchsichtig... Nicht ganz so wie Glas, doch mach kann schon was erkennen unter dem Eis... Nach ein paar Löchern haben wir eine Kante gefunden... plötzlich gehts steil bergab am Grund. Sollte eigentlich der perfekte Platz für ein paar Zander sein.... gegen Abend werden sie an die Kante raufkommen und nach Weissen suchen... In einem Eimer schwimmen ein paar Babuschkas... Rotaugen.... Vorsichtig wird der erste Fisch unter der Flosse gepirst und so schnell wie möglich ins "warme" Wasser gebracht... wir haben eine Lufttemperatur von minus 16 Grad... da gefriert auch ein zappelnder Fisch in Sekunden...

Feines Geschirr ist angesagt. Es soll in diesem See kaum Hechte geben, also können wir es verantworten, mit 20'er Mono ohne Vorfach zu fischen. Schnell ist die Rute im Halter montiert. Zupft ein Fisch an der Schnur, so kippt die Rute nach unten und ein Fähnchen schwingt in die Höhe... gross genug, um es auch über 50 Meter oder mehr gut zu sehen... nachts kann man auch eine Lichtanlage aktivieren, die mittels LEDS blinkt...

Nach einer halben Stunde und müden Armen von bohren sind sechs Ruten gestellt. Jetzt heisst es warten und heissen Tee mit Palinka trinken. Das Karpfenzelt hilft, die beissende Kälte ein bisschen abzuhalten... trotzdem ist es saukalt. Schnell ist Brennholz gefunden und schon brennt ein Feuer lichterloh... mitten auf dem See. Wärme, oh du seelige.....

Die Stunden vergehen, die Füsse werden immer kälter. Brennholz ist auch keines mehr da... Bald geht der Tag zu ende, ohne einen Zupfer... die Wolken verdunkeln sich, die Sonne ist unerkannt hinter dem Horizont verschwunden. Und da... ein Fähnchen schwingt in die Höhe und winkt von weitem mit einem roten Zipfel.... Kalt? Kalte Füsse? Kalte Finger? Vergiss die Kälte. Wie ein Stromschlag schiesst das Adrenalin durch den Körper und bringt einem zu Höchstleistungen. Stampfend, keuchend übers Eis und durch Schnee kommen wir zur Rute... Sie schwingt auf und ab und die Bremse lästert ein Klagelied durch die Stille... Anhieb! und ab geht die Post... jetzt erst recht... sofort schiesst mir die Gefahr des Schnurbruchs durch den Kopf. Ich hab nur ein 20'er Mono und hier scheint sich ein Profiathlet auf der anderen Seite auszutoben. Rupfer, Kopfschüttler, lange Fluchten, kaum ein Stop... was zum Teufel ist hier am Haken? Ich fühle den Puls in meiner Halsschlagader. Die Knie beginnen zu schlottern.... ein 18'er Loch.... und wenn das Ding nicht durchs Loch passt? Längst ist meine Rute bis fast zur Rolle im Loch verschwunden... nur ja keine Schnurbruch an einer Eiskante...

Bestimmt 20, 30 Meter hat das Ding am anderen Ende abgezogen... Für unser leichtes Geschirr eine harte Probe... und auch für meine Geduld. Jetzt nur nichts versemmeln.... Endlich lässt sich mein Gegner zum Loch hin kurbeln... mit Widerwillen, doch in diesem kalten Winterwasser gehen auchden bösen Fischen die Kräfte schnell aus...

Mit den Schuhen haben wir den Schnee vom Eis gestossen... unter darunter das glatte, fast durchsichtige Eis freigelegt...
Siehst du was? Nee.... muss noch ein Stück weg sein... und wieder kurble ich vorsichtig... da!! Unter dem Eis zeigt sich ein weisser Bauch... Das ist kein Hecht... das muss ein Zander sein! Die Kälte längst vergessen, zittere ich trotzdem am ganzen Körper... das wird der Fisch meines Lebens. Das Loch... es ist zu klein! Wieder zeigt sich der Fisch und mir steht fast das Herz still... das is ein Riesenzander!!! Nein, das ist nicht Flipper unter dem Eis! Das ist eine Zander. Das ist neuer Weltrekord! Ich und mein Kumpel kommen ins rotieren... wie bringen wir diesen Fisch aus dem Wasser? Für ein paar Sekunden herrscht absolute Ruhe, keine Bewegung, kein Ton.... nur eine Krähe reklamiert irgendwo im nahen Wald über unser hektisches Getue. Es gibt nur eine Möglichkeit... mit dem Beil das Eis weiter aufschlagen. Aber wie? Ein 18'er Loch, und fast dreissig Centimeter Eis... das geht doch nie... langsam wird uns bewusst, dass wir diesen Kampf wohl verlieren werden. Der Zander liegt genau unter uns im Wasser... Vorsichtig ziehe ich den Fisch mit dem Kopf zum Loch... wie zum Teufel soll ich den durchs Loch bringen. Resignation!
Mein Kumpel sucht nach der Schwanzflosse, kaum zu erkennen durchs Eis... es wird langsam dunkler und so wird es schwierig, das genaue Ende des Fisches zu sehen. Doch der Fisch hilft... er neigt sich langsam und die weisse Unterseite schimmert wieder durchs Eis... Der ist mindestens...... mein Kumpel zeigt mit dem Finger aufs Eis.... bis hier.... Mach eine Markierung!

Mein Herz pocht, das Blut schiesst kochend durch die Arme, die Knie zittern und die Finger feuern.... was soll ich tun? Unten im Loch steht ein Zanderkopf, fast auf der Seite liegend. Das Loch ist 18 cm.... doch ich erkenne weder die Schnautzenspitze noch die Kiemendeckelränder.... ein Zanderkopf mit über 20cm Länge... Heilige Scheisse... das glaubt uns niemand¨

Der Schnitt.... es gab keine andere Möglichkeit. Nach Minuten erkannte ich die aussichtslose Lage. Ich erlöste den Fisch mit zittrigen Händen durch einen Schnitt ins Mono. Langsam glitt der Monsterzander davon um im letzten Moment mit einem kräftigen Schwanzschlag das Wasser im Loch zum überschwappen zu bringen....

Langsam setzte ich mich in dem Schnee... das war er! Der wird nie mehr wieder kommen. Das war die Schlagzeile die niemals jemand lesen wird.... Eine unglaubliche Ruhe durchströmte mich plötzlich. Ich habs erlebt, ich habs gesehen... doch niemand wird uns das je glauben...

Mein Kumpel nimmt Mass vom Lochrand zur markierten Stelle... viereinhalb Schuhlängen... er trägt Schuhnummer 44....

Nie werd ich wissen wie gross das Tier, oder wie schwer es war.... aber es war gross genug, um hier darüber zu erzählen!

Wir tranken die letzten Tropfen Palinka aus der Flasche und räumten zusammen... Mit einem Kumpel auf dem See zu angeln ist doch immer wieder ein Erlebnis.... was da einem alles in den Sinn kommt, wenn nichts beisst.....

Gruss Tinu
Gruss aus Brasov / Kronstadt, der schönsten Stadt Rumäniens!

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