Die Barbe
Ein rüsselartiges Maul und vier Bartfäden, dazu ein fast drehrunder Körper: so sieht die Barbe aus. Die Fischbiologen haben nach ihr eine ganze Flussregion benannt, die Barbenregion. Barbus barbus bevorzugt nämlich als typischer Grundfisch die abwechslungsreichen mittleren Regionen grosser und kleinerer Flüsse, wo das Wasser noch strömt und der Untergrund steinig bis sandig ist. Gern hält sie sich auch stromab von Brückenpfeilern, Wehren oder Turbinen auf, welche die Strömung teilen. Gelegentlich wandert sie auch stromaufwärts bis in die Forellenregion herein.

Die Barben sind „Sommerlaicher“ und laichen zwischen Mai und Juli auf flachen, kiesigen Stellen. Diese finden sich vor allem in den Oberläufen der Flüsse. Im Winter beziehen sie ein Winterquartier und halten eine Winterruhe. Als Speisefisch sind Barben zwar sehr wohlschmeckend, aber auch sehr grätenreich. Unsere Barben werden normalerweise bis zu 90cm lang und bis zu 7kg schwer. Es gibt auch andere Barbenarten, die nicht so gross werden und auch solche, die noch viel grösser werden aber das wäre ein anderes Thema.
Das richtige Gerät
Die Barbe ist ein sehr kampfstarker Fisch, der beim Drill hohe Geschwindigkeiten erreicht. Deswegen richten wir beim Fischen auf diesen Cypriniden ein besonderes Augenmerk auf das Gerät.
Grundsätzlich verwende ich hier Ruten mit einer Testkurve von 1,25 lbs bis zu 2,0 lbs je nach Strömung, Bodenbeschaffenheit oder Entfernung. Dabei gehe ich immer nach der Faustregel „so stark und straff wie nötig“, so hat man meiner Meinung nach den meisten Spass beim Drill.
Rollen der Grösse 4000-6000 mit einer starken Bremse, die man wirklich zu machen kann, sind hier von Vorteil. Beim Feedern sollte die Rute immer gut verankert sein und die Bremse bzw. der Freilauf offen, da es sonst passieren kann, dass sich die Rute verabschiedet.
Als Schnur verwende ich beim Feedern oder Spinnfischen eine 0,15-0,17er geflochtene (wegen der geringen Dehnung). Beim Posenangeln kommt eine 0.28 - 0.30er monofile zum Einsatz. Das Vorfach wird dabei immer ca. 0,02-0,04mm dünner gewählt. Wichtig ist auch, dass man beim Vorfach ein abriebfestes Material nimmt. Die Barben bohren während dem Drill gerne mal mit der Nase am steinigen Untergrund und es kann vorkommen dass es knallt wenn man nicht die richtige Schnur hatte. Bewährt hat sich die Stroft ABR „mono“, die ich schon seit Jahren erfolgreich einsetze.
Beim Feedern sind je nach Strömung Grundbleie zwischen 20 und 200g und Futterkörbe (mit oder ohne Krallen) von der Grösse einer Coladose im Einsatz.
Unbedingt sollte man auf stabile Haken achten, denn durchgebogene Haken sind keine Seltenheit (Haken an den kleinen Wobblern sind meist zu schwach). Hakengrösse wird sonst wie immer dem Köder angepasst, je nach dem verwende ich Haken der Grösse 6, 5 oder grösser. Man sollte ausserdem gut darauf achten, dass die Hakenspitze aus dem Köder herausschaut und der Haken scharf ist. Ab und zu nachschärfen oder Haken wechseln.
Köder
Meine Lieblingsköder auf Barbe: Käse (härtere Sorten wie Emmentaler), Brot, Maden und vor der Laichzeit kleine Köderfische oder Wobbler. Tipp bei Käse als Köder: Man nimmt ein Metallrohr, welches einen Innendurchmesser von ca. 1cm hat. Damit sticht man Käsestücke aus, welche man im Anschluss mit einer Ködernadel auf das Vorfach auffädelt. So hält der Käse auch in sehr starker Strömung ganz gut.
Methoden
Barben kann man mit ziemlich jeder Angelmethode überlisten. Ich bevorzuge hier das Posenangeln mit der Centrepin, das Feedern mit oder ohne Futterkorb und die Spinnfischerei mit kleinen Wobblern oder kleinen toten Fischen. Bei jeder Methode muss der Köder bodennah angeboten werden da sich die Barben hauptsächlich am Grund befinden und dort auch auf das Futter lauern.
Fangzeit
Man fängt Barben eigentlich über das ganze Jahr hinweg nur während der Laichzeit wird es schwieriger da sie dann vollgefressen und logischerweise mit anderen Dingen beschäftigt sind.
Drill
Ein Barbendrill an richtigem Gerät ist einfach nur geil. Torpedoartige Fluchten begleitet von kräftigen Kopfstössen, Rammen in den Boden, schleifen an Steinen und Kanten. Mal ab und zu komplette Pause und am Boden oder hinter einem Stein stehen bleiben. Es kommt oft vor, dass man denkt, es wäre jetzt ein Hänger. Dann fängt die Flucht wieder an! Bei stark eingestellter Bremse können sie plötzlich über mehrere Sekunden lang meterweise Schnur von der Rolle ziehen die man erst wieder gewinnen muss. Das Spektakel spielt sich dann meist an einer Strömungskante ab. Die Barben versuchen in die Strömung zu fliehen, sind sie mal drin, dann wird's richtig spannend. Das hohe Adrenalin lässt uns keine Schmerzen spüren aber als Barbenfischer weiss man, dass an nächstem Tag Muskelkater auf dem Programm steht und die Arme für nichts zu gebrauchen sind.
Fangbilder
Release
Nach kleinem Fotoshooting und ein paar Streicheleinheiten wird der Fisch in der Regel released.
Und jetzt kommt das grosse ABER …
Doch bevor es zu einem Drill kommt, sollte sich jeder vorher darüber im Klaren sein, wo sich diese Fische aufhalten. Man kann sonst Tage ohne Fischkontakt verbringen, dabei suchen die Fische zwei Meter weiter vom Köder in einer Rinne nach Futter.
Hilfreiche Links zum Thema
http://www.haken.ch/fischarten/107/barbe.html
http://www.haken.ch/lexikon/108/barbenregion.html
Weitere Suchergebnisse auf Haken.ch zum Thema Barbe
http://www.barbel.co.uk
Videos
Drennan's Fishing Barbel on the Wye - Part 1 - 3
http://www.youtube.com/watch?v=3o5wcN1U64c
http://www.youtube.com/watch?v=I5jpT-iLQW4
http://www.youtube.com/watch?v=gGGp4a4oQPg
Über den Einsatz von PVA Bags
http://www.youtube.com/watch?v=PG9JykFDyj0
Top Tips for Barbel Fishing
http://www.youtube.com/watch?v=7Hq0BZmBAWY
Ich hoffe ihr habt damit eine Übersicht über die Barbe. Gerne könnt Ihr eure Erfahrungen oder Fragen rund um die Barbe in diesem Thread posten.
Petri Heil!
Gruss & Petri!
Michael